7.8.2020 - Tag 0
Der Sommer ist nun angekommen. Hohe Temperaturen, strahlender Sonnenschein, Ostwind, so wünscht man sich das!
Bereits am Donnerstagabend hat die Santanita-Crew dieses köstliche Wetter genutzt und bei einer Ankerliegerei in der Strander Bucht ein erfrischendes Ostseebad genommen, quallenfrei und mit dem just dafür aufgeblasenen, großen, blauen Schwimmring. Dieser ziert nun das Heck der Santanita, ein klares Zeichen für Badezeit.
Am Freitagnachmittag geht es dann nochmal los - einmal mehr nach Damp. Eine zu lange Fahrt wollen wir vermeiden und wir freuen uns auf den tollen Strand.
Schon beim Anlegen sichten wir das Boot vom Nachbarliegeplatz am heimatlichen Steg und kaum an Land treffen wir weitere Vereinskameraden - kleine Welt.
Auf der Strandbühne spielt am Abend eine ziemlich gute Red-Hot-Chilli-Pepper-Coverband. Wir kommen ein bisschen zu spät und sehen nur noch die letzten fünf Songs. Dafür können wir danach die lauwarme Sommernacht genießen bei einem Glas Rotwein in der Plicht.


8.8.2020 - Tag 1
Am Morgen wachen wir gut ausgeschlafen auf. Vorhersagekonform ist fast kein Wind, aber die Sonne lacht und es ist bereits schön warm. Die ersten Strandtouristen sind bereits unterwegs - im Laufe des Tages soll es eine wahrhaftige Menschenlawine werden.
Wir gehen zu unserem Lieblingsbäcker und zelebrieren das Morgenmahl. Danach machen wir, was angesichts der Hitze das einzig Mögliche ist: Gar nichts. Der Sonnenschutz wird alle paar Stunden nach der Reise der Sonne nachjustiert und wir lesen und lümmeln herum, bevor wir einen Strandbesuch wagren, um dort in die See zu springen. Der Strand ist über die gesamte zu übersehende Weite knackevoll mit Menschen, die Erfrischung und Erholung suchen.
Während wir später einen von der Bordfrau liebevoll zubereiteten Salat verspeisen, werden wir geradezu attackiert von einer Schwanenmutter mit sechs Nachwachsenden. Vorbereitet auf solchen Besuch bieten wir den Tieren unsere Brötchenreste und sind erstaunt über die vehementen Auseinandersetzungen, wenn es darum geht, die Bruchstücke zu erreichen. Auch die Mutter lässt ihren Jungen keinen Vorrang. Sie geht sogar das Boot an, nagt an der Badeleiter und beißt in die Achterleinen. Wir müssen unseren Schwimmring entfernen, weil wir Sorge haben, dass er den Attacken nicht standhält.
Später entzünden wir die Petroleumlampe und genießen den Ausklang des Tages. Der Hafen ist extrem belebt. Auf fast allen Schiffen sitzen die Crews zusammen, entsprechend hoch ist der Geräuschpegel. Trotzdem schlafen wir schnell und tief ein.

9.8.2020 - Tag 2
Ein Ostseebad bringt den Kreislauf gleich am Morgen in Schwung. Noch bevor die Besuchermassen den Strand erreichen, sind wir schon wieder weg. Allerdings bringt uns diese Aktivität den Umstand ein, dass die Menschenmasse vor uns in der Bäckerschlange steht. Fast eine Dreiviertelstunde verbringen wir wartend für unsere drei Brötchen.
Das Hafenkino ist umfangreich. An diesem Sonntag enden die Sommerferien und viele Segler gehen ihre letzte Etappe an. Andere kommen 'nachhause'. Wir kommen ausgiebig ins Gespräch mit unseren Liegeplatznachbarn, die ihr Boot seit vierzig Jahren haben und die fest in Damp liegen. Auch zur anderen Seite tauschen wir uns aus, helfen bei Anlegemanövern oder schauen einfach nur zu. Eine Parade attraktiver Boote wird uns gezeigt, ganz vorne wählen wir eine Drabant 38 aus Dänemark, ein schnittiges Schiff mit eleganter Linie und sportlichem Rigg. Das dänische Paar demonstriert, wie es richtig geht: Lautlos klappt der Anleger, jeder Handgriff sitzt, in Nullkommanichts ist das Schiff aufgeklart und ein Sonnenschutz installiert.
Wieder besucht uns die Schwanenfamilie - diesmal mit beiden erwachsenen Tieren. Die Bordfrau liest sich an, dass Schwäne bis zu vierzig Jahre alt werden und monogam leben. Von den Fütterungen sollte man lieber Abstand nehmen, da genug natürliche Nahrung vorhanden ist und Brot eigentlich gar keine gute Nahrung für die Tiere ist.
Unser Stammitaliener (als ob es mehrere gäbe....) versorgt uns abends erneut mit einer leckeren Pizza und danach sitzen wir bei Rotwein bis in die Puppen im Cockpit - herrlich!

10.8.2020 - Tag 3
Die aufgehende, noch tiefstehende Sonne strahlt horizontal durch den Niedergang bis in die Bugkajüte und weckt uns auf. Das inzwischen obligatorische Ostseebad bringt den Kreislauf auf Trab. Es beginnt ein Sommertag, wie er besser nicht sein könnte: 3 Beaufort Nordost, strahlend blauer Himmel, eine leichte Diesigkeit, die verspricht, dass die Wettersituation anhält. Wir beschließen die Heimfahrt, weil die Bedingungen perfekt sind und am nächsten Tag der Wind deutlich zunehmen und nach Südost drehen soll - genau in die Richtung in die wir müssen, um nachhause zu gelangen. Wir suchen uns die angenehmere Segelei aus und fahren heute. Paradoxerweise haben wir noch keine Nacht im Heimathafen zugebracht. Das soll dann heute sein.
Die Segelei läuft wie aus dem Bilderbuch: Die Bordfrau legt perfekt ab und steuert das Boot über die Eckernförder Bucht. "Segeln lassen" nennt der Skipper das. Vor Strande werfen wir den Anker und gehen nochmal ausgiebig baden, bevor die letzten paar hundert Meter in den Hafen mit Maschinenkraft zurückgelegt werden.
Kleines Highlight der Fahrt auf der Eckernförder Bucht: Plötzlich schauen uns aus dem Wasser zwei große, schwarze Kulleraugen an - ein Seehund beobachtet unsere Vorbeifahrt, bevor er wieder abtaucht. Wir freuen uns über dieses Treffen. Im Vergleich zu den Vorjahren haben wir bereits viele Schweinswale gesichtet, ein Seehund ist aber noch viel seltener.
Am frühen Abend nimmt der Wind ab und selbst im Hafen wird die Wärme schwer erträglich.
Im Möwenschiss bekommen wir ein leckeres Essen und die Abendstunde mit Sonnenuntergang verbringen wir im Cockpit. Nach Sonnenuntergang wollen wir uns im TV die Tagesthemen ansehen, schlafen aber sofort ein. Ergänzungsurlaub ist anstrengend!



11.8.2020 - Tag 4
Hafentag im Heimathafen. Der Skipper meutert - gegen die Tagebuchführerei. Entsprechend is dies der letzte Eintrag für diesen Ergänzungsurlaub.

fin.

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