3.7.2020 - Tag 0
Endlich ist er da - der Sommerurlaub 2020! Wie programmiert sagt der Wetterfrosch für das erste Wochenende und die folgenden Tage Starkwind und Dauerregen voraus. Nur am Freitagnachmittag gibt es noch freudvoll segelbare Bedingungen und so sputen wir uns, um möglichst früh die Leinen los zu werfen und den Heimathafen zu verlassen. Unser Ziel ist einmal mehr Damp - aus mehreren Gründen: Damp ist erreichbar in der kurzen Zeit und lebendig für mehrere Tage, die wir wohl absehbar angesichts der Wetterprognose dort verbringen werden - und wir sind ganz gerne dort!
Die Fahrt über die Eckernförder Bucht verläuft im Rahmen der Bedingungen optimal: Die moderat-ruppigen Böen können wir gut aussegeln und der Süd-Einschlag des Westwindes ermöglicht mit nur einem Holeschlag das Ziel direkt anzulegen. Daniela fährt das Boot mit Herzklopfen aber absolut gefahrlos in die Box.
Nach einem Besuch der Pommesbude kommt der Regen. Wir ziehen uns zurück unter Deck und machen es uns gemütlich. Das Vorluk ist immer noch nicht ganz dicht und die Tropfen drohen der Bordfrau in der Koje genau ins Gesicht zu fallen. Weil auch die müdeste Seglerin sich so nicht erholen kann, erfindet der Skipper eine Schlafhilfe direkt über dem Kopkisen. Jetzt hat der Urlaub begonnen!

 

4.7.2020 - Tag 1
Was für ein Sauwetter! Wir schaffen es gerade, halbwegs trocken ein paar Dinge für's Frühstück einzukaufen. Danach liegt den ganzen Tag mindenstens ein feiner aber nicht weniger ergiebiger Sprühregen über dem grauen Hafen, einige stärkere Schauer und tüchtig Wind ergeben eine Mixtur, die uns den Tag größtenteils unter Deck verbringen lässt. Glücklicherweise hat ein befreundeter Sportskamerad einen Heizlüfter spendiert, der hilft die Feuchtigkeit in der Kajüte im Rahmen zu halten und die Klamotten u trocknen. Es kann also nur besser werden - könnte man denken, aber für den morgigen Sonntag ist zusätzlich noch ein kleiner Sturmausläufer angesagt. Wir nehmen es gelassen und quälen unsere Roaming-Guthaben, um mit der Welt in Kontakt zu bleiben. Das freie Internet-WLAN im Hafen ist jämmerlich. Am Abend gibt es Pasta aus der Bordkombüse und nach dem Klar-Schiff-Machen verdrücken wir uns wieder auf's Sofa.

 

 

5.7.2020 - Tag 2
Als Wecker am Morgen dienen die ersten Böen, die im Laufe des Tages weiter zunehmen werden - begleitet von tüchtigen Schauern. Bis ca. 15:30 dauert das Wechselspiel zwischen Gekachel und Gekübel an. Unter Deck lässt sich die Feuchtigkeit gerade noch handhaben. Aber wir sind geduldig und werden belohnt: Tatsächlich reißt der Himmel auf und wir können ein bischen spazieren und die Kajüte lüften.
In Damp entdecken wir einen kleinen Kurpark, der uns bislang erstaunlicherweise verborgen geblieben ist bei unseren vielen Besuchen. Überall laufen Menschen in Wikingerkleidung umher und auf einem Markt herrscht mittelalterliches Treiben. Ein Wandelmusiker spielt keltische Weisen auf einem Dudelsack - ein ziemlicher Kontrast zwischen den Plattenbauten der späten sechziger Jahre.
Es bleibt sehr windig, so dass der Italiener, bei dem wir eine Pizza essen, den Freisitz nicht bedient. Als Produktivität des Tages verlängert der Skipper die Lebensdauer der Genuapersenning mit einem Segelflicken und ein paar Stichen mit der Nadel.
Am Abend sitzen wir tatsächlich noch ein bisschen im Cockpit der Santanita - das hätten wir am Morgen kaum geglaubt!
Später vergewaltigt ein Trümmertrio am Strand Iggy Pop's Passenger, da ziehen wir uns lieber zurück....

 

6.7.2020 - Tag 3
Da liegen wir also in Damp - es pfeift und prasselt. Um die unter-Deck-Routine zu durchbrechen, beschließen wie einen spektakulären Plan: Ein Tagesausflug mit dem Bus nach Eckernförde!
Die kleine Fußgängerzone ist ziemlich voll, obwohl noch einige Läden geschlossen sind und andere Geschäfte Zutrittsbeschränkungen durchführen. Daniela findet völlig überraschend Zubehör für Ihr Dampfgerät und der Skipper kauft ein Paar Sandalen. Weiterer Kleinkonsum füllt den Einkaufsbeutel, ein Besuch im Restaurant füllt den Magen - immer wieder unterbrochen durch Stehaufenthalte unter irgendwelchen Markisen, um sich vor dem aktuellen Schauer zu schützen.
Mit Blick auf die Ferne vom heimischen Coiffeur besucht der Skipper einen persischen Barbier, der ihm die gesamte Kopf- und Gesichtsbehaarung in beeindruckende Form bringt - u.A. durch Anwendung dieser schmerzhaften Zwei-Faden-Technik, die kein nordeuropäischer Friseur beherrscht. Die Bordfrau ist begeistert vom Ergebnis (oder von den Quälereien???).
Zurück im Hafen bekommen wir noch einen letzten Schauer, nutzen die mitgenommene Unterhaltungselektronik und werden später von zwei jungen Musikern beschallt, die einige Zeit benötigen, um sich in der Kälte warm zu singen.

 

7.7.2020 - Tag 4
Erstmalig in diesem Urlaub sehen wir beim Erwachen einen blauen Himmel. Sofort wird entschlossen, das Frühstück im Cockpit zu zelebrieren. Die Schauer und der Wind nehmen deutlich ab und die Stimmung steigt sofort erheblich. Wir pflegen unsere Santantia ein bisschen, machen sauber, leeren die Bilge und befüllen den Dieseltank.
Gegen 13:00 Uhr erreicht uns die nächste Front. Routiniert flüchten wir unter Deck. Nachdem der Regen durch ist, wird es kühl und es bleibt grau. Die Zeit wird genutzt, um verschiedene Optionen für den Fortgang unserer Reise zu vergleichen, denn morgen soll es endlich weiter gehen! Damp war gut, um nicht zuhause zu sitzen und die ersten Urlaubstage zu 'verbringen', aber nun wollen wir hier weg. Also wird morgen früh aufgestanden und dann geht's nordwärts.

 

8.7.2020 - Tag 5
Früh reißt es den Skipper aus der Koje, übervoll mit Tatendrang! Mit ihm muss die Bordfrau raus. Entgegen jeglichem Vorsatz soll es nach Sonderborg gehen - "Alssund" und "Kleiner Belt" lautet die Idee. Und obwohl wir 'mit dem Wind, egal wohin' reisen wollten, gehen wir hoch an den kräftigen Westwind und müssen sogar ein paar Schläge kreuzen, um Sonderborg zu erreichen. Wir frieren und bekommen eine Menge Salzwasser über Deck. Von den 11 Stunden Sonnenschein, die der bekannte Wettervorhersager vom NDR prognostiziert hat, sehen wir vielleicht eine. Erst nach der Ankunft reißt der dunkelgraue Himmel auf. Nach zwei Hot Dogs bei einem Rundgang durch das Zentrum suchen wir erfolglos einen Bäcker in Hafennähe.
Für morgen ist einmal mehr stundenlanger Regen angesagt, aber diesmal bei Höchsttemperaturen von 12°C. Wir werden beim brötchenlosen Frühstück entscheiden, was wir damit anfangen.

 

9.7.2020 - Tag 6
Der morgendliche Wetterbericht beschreibt erfreulicherweise doch einen regenfreien Tag und ein freundlicher Nachbarlieger erklärt uns, wo wir Brötchen bekommen. Der Tag nimmt eine gute Wendung.
Nach dem Freiluftfrühstück entscheiden wir uns in Sonderborg zu bleiben. Die Kreuz am Vortag hat unseren segelsportlichen Anspruch zunächst gesättigt.
Indem wir erneut die Fußgängerzone besuchen, werden wir die dänischen Pfandflaschen vom Vorjahr los und beschaffen einen Jahresvorrat Erdbeermarmelade für zuhause. Aus irgendeinem Grund sind die blauen Behälter dieses Jahr weiß.
Die Santanita wird vom Salz und diversen Vogelexkrementen befreit und mit einigen Flaggen geschmückt. Nachmittags kommt die Sonne raus und auch die leicht angeschlagene Bordfrau, die bereits auf gesundheitlich stabilisierenden Ingwertee gekommen ist, genießt die wärmenden Strahlen. Der Stadthafen ist ein toller Platz. Es gibt für die Besucher viel zu sehen. Auch die Fahrer total übermotorisierter Fahrzeuge genießen die Vorführung ihrer Vehikel auf der Uferpromenade, was nicht unwesentlich lärmt.

 

10.7.2020 - Tag 7
Der Morgen überrascht uns - mit Regen. Der war nicht vorhergesagt und wirft unsere Pläne über den Haufen, denn es handelt sich offenbar nicht um einen kurzen Schauer, sondern um nachhaltigen, ergiebigen Regen, ganz im Sinne der Landwirtschaft, der bis in den Nachmittag anhalten wird. Wie Kapitän Dietzel am Seefunk aktuell erklärt: "Das Motto: Regnerisch und kühl". Natürlich haben wir Klamotten für solche Bedingungen, aber es gibt keine Notwendigkeit sie zu benutzen. Also bleiben wir einfach weiter hier, beobachten die Brückenöffnungen und Schiffspassagen und machen uns einen faulen Lenz - Urlaub eben!
Heute wird dieser Urlaub eine Woche alt und wir ziehen eine Zwischenbilanz: Pech mit dem Wetter, aber Glück miteinander!
Dann hört der Regen auf und die Lust auf einen Ortswechsel führt zu dem Entschluss in die Dyvig-Bucht zu fahren - wieder gegen den Wind, aber nur 10 Seemeilen - das soll ausnahmsweise die Maschine erledigen. Als wir den Sund verlassen und dem Fjord folgen, bekommen wir die inzwischen angewachsenen 6-7 Beaufort voll von vorne. Ein einziger Segler geht diese Aufgabe kreuzend an, ansonsten sehen wir nur Motorboote. Mit knapp drei Knoten Fahrt kämpft die Santanita gegen die Wellen. Die Decks-Entsalzung vom Vortag ist Geschichte. Gut war die Entscheidung dennoch, denn als wir in der Dyvig-Bucht ankommen, finden wir einen schönen Liegeplatz und die Sonne kommt heraus. In der Kombüse entsteht ein Risotto und ein Primitivo rundet den Abend ab.

 

11.7.2020 - Tag 8
Heute machen wir gar nichts - schlimmer noch: wir nehmen uns nicht mal was vor! Die Dyvig bietet guten Schutz vor dem weiterhin knalligen Wind. Wir beschießen, den örtlichen Gewohnheiten zu folgen und bei dem gemeinsamen Grillen im Hafen am späten Nachmittag teilzunehmen. Zu diesem Zweck fahren wir mit dem Bus nach Nordborg und erledigen Besorgungen im Supermarkt. Abgesehen von ein paar durchziehenden grauen Wolken, aus denen es aber nicht schauert, sitzen wir unter blauem Himmel und die Sonne lacht. Wird sie abgedeckt, ist der Wind gleich biestig kühl.
Die Ruhe des Seitenarms ist der Gegensatz zu der belebten Hafenpier in Sonderborg. Ein Genuss, ohne Geschwätz und Motorengeräuschen nur dem Wind und densich wiegenden Bäumen zu lauschen. Der einzig unnatürliche Klang ist das sich wiederholende Geknartsche der Bugfestmacher auf den Klampen, die die Santanita daran hindern vom Liegeplatz zu vertreiben. Kaum geschrieben, beginnt ein Mähdrescher das Getreide vom naheliegenden Feld zu ernten....
Auf einem Spaziergang kaufen wir an freien Ständen rund um die Bucht Honig und Apfelessig und verarbeiten die Sachen zu einem leckeren Dressing. Wirverputzen den damit veredelten Salat nachdem der freundliche Hafenmeister den Grill entfacht hat. Ein schöner Tag!

 

12.7.2020 - Tag 9
Beim Frühstück weht der Schnibbel vom Teebeutel horizontal vom Tassenrand. Zwei Botschaften sind daraus zu erkennen: 1. Wir können an Deck frühstücken und 2. Wir segeln heute wieder nicht. Aber für den folgenden Tag ist endlich schwächerer Wind abzusehen. Wir stecken die Köpfe in die Karten und Hafenhandbücher und überlegen uns einen Plan mit diversen Alternativen, die gegebenenfalls - je nach Verlauf der Fahrt - herangezogen werden können. Auf jeden Fall soll es weiter nach Norden gehen.
Unser Liegeplatznachbar hat eine Riesenschnautzerhündin auf seiner Rassy. Wir amüsieren uns über die Begegnung der pechschwarzen Dame mit einem stolzen, schneeweißen Hafenschwan. Ganz grün sind sich die Beiden nicht!
Am Ende der Bucht ist ein asphaltierter Weg. Da übt eine junge Rollschuhballerina Pirouetten - charmant.
Gegenüber ist der Hafen des Hotels in der Dyvig. Da liegen die dicken Dinger. Augenscheinlich hat jede Crew dieser Schiffe mindestens einen Nachwuchs an Bord und natürlich ein motorisiertes Dinghy. Das Eine dient als Beschäftigungstherapie für das Andere und so knattern eine ganze Menge dieser Dinger durch die ansonsten traumhaft ruhige Bucht. Schade, aber irgendwas ist ja immer....

 

13.7.2020 - Tag 10
Und da war er - der erste wirklich tolle Segeltag! Früh aus der Koje, ein kurzes Frühstück in der Morgensonne und dann Leinen los! Daniela fährt das Boot aus der Box und aus der Bucht, während der Skipper die Segel vorbereitet. Dann will die Bordfrau wieder ran zum Setzen der Tücher. Noch hoch am Wind aus dem Alsfjord, dann mit Halbwind Richtung Aroesund. Drei Windstärken treiben die Santanita nett voran, die kleine Welle hemmt die Fahrt nicht. Wider Erwarten scheint auch noch die Sonne dazu. Eine 36-Fuß-Yacht wird für uns zur Herausforderung. Deren Skipper gibt sich nicht viel Mühe beim Trim, und so schaffen wir es mehrfach an der Dehler vorbei, sobald wir etwas höher an den Wind müssen. Durch den Sund hängt sie uns ziemlich ab, aber kurz vor Middelfart haben wir sie wieder und laufen quasi zeitgleich nach gut sechs Stunden in den großen Hafen ein. Das war ganz großartige Segelei! Die Bordfrau findet die Wegepunkte und navigiert sicher über die gesamte Strecke. Als i-Tüpfelchen fährt sie ein sicheres Anlegemanöver in der fremden Marina. Da ist sie stolz und der Skipper gleich mit!
Weil wir früh los gekommen sind, ist der Tag noch nicht vorbei und wir machen einen kurzen Rundgang im Zentrum. Auf der Nordseite der Halbinsel befindet sich die Promenade, der Alte Hafen und der Nyhavn. Einige Angler säumen die Küstenlinie und fangen Makrelen. Auf die hat es auch eine Schweinswalfamilie abgesehen, die wir von Ufer aus beobachten. Für uns gibt es einen stattlichen dänischen Burger, bevor wir auf's Boot zurückkehren.

 

14.7.2020 - Tag 11
Heute passt der Wetterbeicht - leider. Um es mit einem Song aus Hiram's Standardrepertoire (nicht aus seiner Feder) zu sagen: Here's that rainy day.
Als wir die Augen aufschlagen, prasselt der Regen sanft auf's Deck, immer wieder herausklingend ergänzt von den größeren Tropfen, die sich unter den Salingen sammeln bevor sie herabfallen. Ab und zu trifft einer dieser dicken Dinger auf die metallene, pilzförmige Abdeckung der Deckslüftung und tönt glockenartig. Der Skipper überlegt: Würden die dicken Tropfen wirklich gleichverteilt auf das gesamte Boot fallen, könnte man durch eine Langzeitzählung (und es regnet lange) mit dem Monte-Carlo-Verfahren das Flächenverhältnis zwischen Deck und Lüftungsabdeckung ermitteln. Mensch kommt auf eigenartige Gedanken....
Tatsächlich nutzen wir die Zeit unter Deck, um die Kommunikation nachhause zu aktualisieren. Einige Freunde warten auf Reaktionen auf Anfragen, deren Wichtigkeit für uns etwas in den Hintergrund getreten ist. Dies ist der Tag dafür.
Am Nachmittag hört der Regen auf. Wir machen uns auf, um unsere Vorräte zu vervollständigen. Ausgerechnet die Schokolade wird knapp!
Nach einem Kochevent in der Bordkombüse bekommen wir noch einen sehenswerten Sonnenuntergang, auf den wir am Morgen nicht zu hoffen gewagt hätten.

 

15.7.2020 - Tag 12
Nach dem grandiosen Segeltag mit Motivationsexplosion packt die Bordfrau der Ehrgeiz: Es soll nach Samsø gehen. Aber der Skipper bremst, weil er skeptisch ist hinsichtlich des instabilen Wettergeschehens. Heute fast gar kein Wind, morgen Südwest 2 (das würde passen, viel Geduld vorausgesetzt), danach aber wieder ein Tief: Erst Kaltfront mit Südwind und Regen, danach Starkwind. Wir wollen nicht in die Situation geraten in doofem Wetter segeln oder riesige Etappen absolvieren zu müssen und so überzeugt er sie und wir verbleiben in dem ohnehin von uns weitestgehend unentdeckten und sehr reizvollen Gebiet an der Nordwestspitze Fynens, wo der Kleine Belt nach Norden in die freie See mündet. Es gibt viele Möglichkeiten und wir entscheiden uns für einen kurzen Trip nach Strib (höhö). Gleich nach der Abfahrt beginnt es zu regnen, aber der Schauer ist nur kurz. Trotzdem wäscht es dem Steuermann den optimistisch aufgelegten Sonnenschutz aus dem Gesicht. Auf der Strecke durchfahren wir sowohl alte als auch neue Beltbrücke. Auf der historischen Eisenbahnbrücke sehen wir drei Gruppen Bridgewalker, deren Kick offensichtlich in der Überwältigung der Höhenangst liegt.
Auch direkt nach dem Anlegen schauert es wieder, diesmal etwas ergiebiger. Also erholen wir uns auf dem Salonsofa noch ein bisschen von den Strapazen der Überfahrt und der früh beendeten Nacht.
Wir liegen in dem kleinen Hafen in einer herausragenden Lage nördlich der neuen Beltbrücke. Reichlich Villen mit spektakulären Ausblicken von großen Balkonen säumen die Küstenlinie. Bei der Erkundung der Umgebung entdecken wir toll gepflegte Gärten und öffentliche Grünflecken, einen Strand und einen Supermarkt, in dem wir uns für die abendliche Pastaparty ausrüsten. Nur ein Bäcker für das morgige Frühstück ist nicht zu finden.....

 

16.7.2020 - Tag 13
In einer Viertelstunde ist ein Brugsen vom Hafen zu erreichen. Etwas Bewegung vor dem Frühstück schadet nicht und das Morgenmahl findet daher etwas später statt. Einen Plan für den Tag haben wir nicht. Der Wind weht sehr schwach aber die Sonne scheint! Also schmiert sich der Skipper sofort am gesamten Körper mit Sonnencreme ein - um eine halbe Stunde später, nachdem sich die Wolkendecke wieder geschlossen hat, wieder in lange Kleidung zu hüllen.
Der Tag entwickelt sich zum Putz- und Waschtag. erst die Besatzung, dann das Schiff und zum Schluss wird auch noch die Wäsche gewaschen, nachdem die Bordfrau einen Kontakt zum Hafenmeister geknüpft hat und dieser sie in die Geheimnisse des Zugangs zum Waschmaschinenraum eingeweiht hat.
Beim täglichen Einkauf rüsten wir uns etwas umfangreicher aus, weil wir auf eine Ankernacht vorbereitet sein wollen, die unbedingt stattfinden soll. Die kommenden Tage und Nächte werden sehr windarm werden und so drängt sich der Wunsch auf eine lauschige Bucht auf.
Zur Verköstigung am Abend besuchen wir die Pizzeria 'Victoria', die offensichtlich überwiegend Lieferservice bietet, aber auch vier Tische im Vorraum aufgestellt hat. Seit der Skipper die Version "Nr. Bjern" verspeist hat, weiß er, dass "Hvidløg" für Knoblauch steht. Probleme mit den Blutgefäßen kann er für die kommenden Jahre ausschließen.
Zum Sonnenuntergang gehen wir an das Ende der Außenmole und sehen zwei Schweinswale, die scheinbar mit den leichten Wellen spielen. Wir bilanzieren: Ein guter Tag!

 

17.7.2020 - Tag 14
Heute ist es beschlossene Sache: Strib wird dieses Jahr der nördlichste Punkt unserer Reise sein - nicht gerade rekordverdächtig, aber wir sind auch nicht auf Pokaljagd.
Nach dem Frühstück legen wir ab mit Kurs Hejlsminde, wobei wir offen lassen in einer Bucht zu ankern, wenn es nicht gut läuft. Wie von einem Hexenmeister bestimmt weht der Wind nämlich aus Süd, wenn wir dorthin wollen.
Wir fahren zunächst mit Maschinenkraft unter der neuen Brücke durch, ändern den Kurs danach südwestwärts - dem Lauf des Gewässers folgend. Wir setzen die Segel und können hoch genug fahren, um noch nicht kreuzen zu müssen. Kaum ist der Motor aus, verabschiedet uns ein Schweinswal rund fünf Meter neben der Santanita. Bereits vor dem Frühstück haben wir zwei Wälchen gesehen - die Meerenge ist berühmt für das zahlreiche Vorkommen.
Der Wind zeigt sich erfreulich segelbar und wir kommen mit wenigen Schlägen aus den Windungen um Fænø in das Seegebiet Bredningen. Währenddessen zersegeln wir eine (zugegeben nicht besonders engagiert gesegelte) 39-Fuß-Yacht. Die Steuerfrau, die bereits routiniert das Ablegemanöver und das Segelsetzen absolviert hat, findet inzwischen mit sicherem Gefühl den optimalen Winkel zum Wind zwischen Geschwindigkeit und Höhe. Auch ein dänischer Segler hat zuvor das Kielwasser gezeigt bekommen.
Das Segeln ist heute wunderbar - auch hoch am Wind. Die Idee eines verfrühten Abbruchs der Reise ist vom Tisch.
Eigentlich wollten wir vor Hejlsminde vor Anker übernachten, aber der Blick auf den Ort und den kleinen Hafen mutet derart hyggelig an, dass wir uns doch entschließen, am Steg festzumachen. Beim Einlaufen durch die eng betonnte Rinne spielen schon wieder zwei Schweinswale vor der Hafenmole. Die Steuerfrau bekommt das nicht mit, weil sie bereits voll auf das Anlegemanöver konzentriert ist.
Wenig später erkunden wir das Örtchen und ernähren uns landestypisch mit Hot Dog und Fritten. Hejlsminde erklären wir zu unserem Fundort der Woche, so schön ist das hier. Hätten wir der Jahreszeit entsprechende Temperaturen, würde wir sofort an dem hübschen Strand ins Wasser springen. So setzen wir uns mit dicken Socken ins Cockpit und genießen den Abend.

 

18.7.2020 - Tag 15
Kein Strom am Ankerplatz - kein Tagebucheintrag.


Nachtrag:
Die Wetterprognosen bringen den Skipper um den Verstand. Morgen soll es aus Eimern regnen, danach starker Wind aus West. Beides ist absolut unerwünscht. Vielleicht ein bisschen zu defensiv überzeugt er die Bordfrau von der Abreise an diesem Tag, obwohl Hejlsminde wirklich traumhaft schön ist. Nach der Kreuz zum Alsfjord und der Durchfahrt dort lässt der Südostwind uns gerade so hoch laufen, dass wir den Arøsund anlegen können. Auch wenn wir bereits dort waren, peilen wir wieder die Dyvig-Bucht an. Allerdings soll diesmal der Seitenarm erkundet und ein lauschiges Ankerplätzchen gefunden werden - darauf haben wir unseren Proviant vorbereitet und darauf freuen wir uns. Tags drauf könnte man selbst bei strömendem Regen um die Ecke in den Hafen fahren. Die Überfahrt Richtung Als verläuft reibungslos - schönes Segeln, auch wenn der Himmel sich die meiste Zeit grau zeigt. Auf halber Strecke schläft die Puste kurz ein und dreht nach West. Ein Holeschlag bringt die benötigte Höhe zurück.
In der Bucht angekommen, motoren wir langsam und vorsichtig durch die markierte Rinne. In dem kleinen See hinter dem Steitenarm liegen bereits einige Ankerlieger und (das ist nirgends beschrieben) da ist sogar ein kleiner Hafen, nur zwei kleine Stege, aber offenbar kein Geheimtipp mehr, denn reichlich Boote sind dort festgemacht. Wir bleiben dennoch bei unserem Ankerplan und tasten uns mit Schneckentempo abseits der Rinne über das Flach - bis wir dann doch im Schlick stecken. Etwas Geschaukel und die entfesselte Kraft unseres Einzylinders lassen uns wieder frei kommen und ein paar Meter zurück werfen wir das Eisen über Bord - mit einem halben Meter Wasser unter dem Kiel. Das muss reichen.
Die Fahrt war doch recht lang und die Mannschaft ist hungrig. Also wird sofort nach den Klarschiff die Kombüse aktiviert und ein Heißgericht bereitet. Der Wind flaut ab und so wird es fast ein lauschiger Abend in der Plicht, allerdings wegen der weiterhin niedrigen Temperatur mit Wolldecke und Stricksocken. Nach dem unspektakulären Sonnenuntergang verkriechen wir uns deshalb in die Koje.

19.7.2020 - Tag 16
Dort wachen wir gegen 4:30 Uhr auf. Der Blick aus dem Fenster bietet einen farbenprächtigen Sonnenaufgang, aber es ist natürlich viel zu früh zum Aufstehen. Wir drehen uns nochmal um, natürlich nicht ohne das Farbenspiel digitalisiert zu haben, was der Pracht übrigens nicht ansatzweise gerecht wird.
Das zweite Erwachen gegen halb Neun lässt dann den Tag beginnen. Wir frühstücken und beschließen, den gekommenen Weg wieder zurück zu fahren, weil wir dort offensichtlich keine Grundberührung befürchten müssen. Das gelingt. Einmal dort, wollen wir den dreihundert Meter entfernten Mini-Hafen besuchen - nur zur besseren Erkundung. Es sieht nett dort aus, aber wir wollen in den bekannten Hafen, weil wir dort sicher Versorgung mit Nahrung und Strom bekommen. Unser Verbraucher-Akku ist in der Nacht ziemlich beansprucht worden. Ausgerechnet das Ankerlicht ist noch nicht auf LED-Technik umgerüstet. Auch unsere digitalen Taschenspielzeuge sind kurz vor platt, der Kühlschrank ist leer und das Wasser wird knapp. Also tuckern wir um die Ecke in den etwas größeren Hafen, den wir gut kennen. Diese Bucht ist knackevoll mit Ankerliegern und auch die Liegeplätze an den Stegen sind extrem belegt. Weil wir aber zu einer Zeit ankommen, zu der andere ihren Tagestörn starten, ist ein prima Plätzchen frei geworden. Kurz nach uns ist der Hafen aber gleich wieder rappeldicht, selbst an den gesperrten Plätzen unter dem Kran und an der Tankstelle bilden sich Päckchen von Booten. Uns soll's egal sein.
Die Schiffsfrau ist ein wenig verspannt von der Segelei des Vortages und genießt eine heiße Dusche. Es ist schwül-warm - bis am Nachmittag eine Front den Norden von Als überquert, die noch weiter nördlich ordentlich abregnet, uns aber vom Niederschlag verschont und nur etwas Abkühlung (in diesem Fall eher angenehm) und Westwind mit sich bringt.
Routiniert benutzen wir den Shuttlebus nach Nordborg zum Supermarkt und bestellen Brötchen beim Hafenmeister. Erlebnis kontra Erfahrung - in diesem Fall verzichten wir auf neue Erkundungen.

 

20.7.2020 - Tag 17
In der Nacht hat es geregnet, aber beim Aufstehen begrüßt uns die Sonne. Nach dem Morgenmahl besuchen wir die Vereinskameraden von der "demi-sec" am Steg gegenüber. Deren Urlaub hat gerade begonnen. Wir sind ein bisschen neidisch, natürlich abzüglich der damit üblicherweise verbundenen Missgunst. Dennoch würden wir das noch-drei-Wochen-Gefühl gerne auch noch haben.
Im Hafen herrscht emsiges Treiben. Viele Boote legen ab und an, kommen von Ankerplätzen oder sortieren einfach die am späten Abend gestern angesichts der Überbelegung geschaffene Liegeplatz-Unordnung.
Auf Initiative der Bordfrau machen wir einen Spaziergang Richtung Westen. Durch ein Loch im Knick gelangen wir auf eine wunderschöne Naturwiese mit einem Trampelpfad, der uns an die Gabelung des Haupt- und Nebenarms führt. Von der Steilküste dort hat man einen beeindruckenden Blick über die Gewässer der Dyvig bis raus auf den Alsfjord - keine Chance, diese Bilder in einem Fotoapparat festzuhalten. Solche Objektive müssen erst noch erfunden werden. Wir beobachten die durch die Rinne ein- und auslaufenden Boote. Es ist viel Bootsverkehr, der sich aber ohne zu stören in das Bild einfügt. Die Natur scheint unberührt - heile Welt.

 

21.7.2020 - Tag 18
Früh wollen wir heute los, weil der Wind auffrischen soll - bis hin zur Überdosis. Bereits am Vorabend haben wir deshalb die Santanita auf eine raue Fahrt vorbereitet und ein Reff in das Großsegel gelegt. Kurz nach Neun schmeißen wir die Leinen los und motoren aus der geschützten Dyvig-Bucht. Als wir endlich Segel setzen, ist der Wind fast weg - keine Rede von dem frischen oder starken Wind, der gestern noch auf allen Kanälen prognostiziert wurde. Dafür erwischt uns nach einer Viertelstunde ein satter Regenschauer, dem mit geeigneten Klamotten zu trotzen dem Skipper nicht mehr gelungen ist. Also ist nach dem Guss eine komplette Neubekleidung nötig. Durch den Alssund geht es diesmal weitestgehend ohne die wunderbare Landschaft zu genießen. Es ist einfach zu ungemütlich. Nur ganz gelegentlich schaut die Sonne zwischen den dicken grauen Wolken hindurch.
Vor der Klappbrücke in Sonderborg müssen wir nur kurz warten - gutes Timing. Über 25 Boote schlängeln sich mit uns in Südrichtung zwichen den Pfeilern hindurch, zusätzlich Gegenverkehr.
Als wir den Sund verlassen und auf die Flensburger Förde fahren, brist der Wind endlich auf. Zwar erreicht er bei weitem nicht die angesagten Werte, aber immerhin kommen wir jetzt wirklich zügig voran und nach einer guten halben Stunde kommt under Zielhafen in Sicht: Høruphav. Auch diese Marina ist keine Neuerkundung für uns. Wir wissen, dass es dort sehr schön ist und, dass wir alle noch zo besorgenden lokalen Spezialitäten hier bekommen, die wir in die Heimat mitbringen wollen.
Gegen 14:00 Uhr laufen wir ein und belegen denselben Platz wie vor zwei Jahren. Noch kurz zum Kaufmann und schon zündet der freundliche Hafenmeister den Grill an. Am Abend ist es in der Plicht wieder nur dick eingehüllt auszuhalten. Nachts sinken die Temperaturen teils in den einstelligen Bereich. Nicht ganz zu Unrecht hadert die Bordfrau mit den Bedingungen. Badeurlaub geht definitiv anders. Dennoch genießen wir die Zeit und das Leben an Bord.


22.7.2020 - Tag 19
Die Unpässlichkeiten der Wettervorhersagen halten an. Vier bis fünf Windstärken verkündet der Seewetterdienst Hamburg - zwei bis drei erkennen wir. Die Idee, den Nordwest zu nutzen, weil er in den kommenden Tage auf Süd drehen soll, verwerfen wir deshalb. Was soll und was wird.... Was soll's?
Also bleiben wir in dem hübschen Hafen und saugen die Sonnenstrahlen auf, die zeitweise zwischen den dunkel Wolken durchbrechen. Es ist zu früh, die Reise wegen ein paar vertrauensunwürdiger Wetterprognosen vorzeitig zu beenden.
Also machen wir uns einfach einen schönen Tag hier und sehen morgen weiter....

 

23.7.2020 - Tag 20
Die Entscheidung, gestern in Hørup geblieben zu sein, erweist sich heute als vollständig richtig. Ungehetzt planen wir nach dem Frühstück unseren heutigen Törn und finden dafür akzeptable Bedingungen. Zwar ist der Westwind nach Südwest gedreht, aber über die Flensburger Förde kommen wir halbwinds, und danach können wir auf Südkurs die Höhe halten, um ohne Kreuz und mit flotter Fahrt nach Schleimünde zu gelangen. Dort schmeißen wir den Diesel an und tuckern nach Maasholm. Während der gesamten Fahrt ziehen schwere Wolken über uns hinweg, aber der Regen beginnt erst, als wir fest vertäut am Steg liegen, die Routinegeschäfte (Hafenmeister, Toilette, Höker) erledigt sind und wir uns unter Deck zurückziehen können. Die Bordfrau bereitet uns ein leckeres Mal und wir funken mit dem Skipper der Segelyacht Sirius, der unsere gesamte Reise verfolgt hat und der nun wieder in UKW-Reichweite liegt.
Über Nacht soll es regnen und morgen kommt viel Wind. Wir werden hier mindestens einen Tag bleiben. Die Rückkehr nach Deutschland bringt die nervige Maskenpflicht wieder mit sich. Entsprechend werden wir die Gelegenheiten minimieren, die das Tragen erforderlich machen.

 

24.7.2020 - Tag 21
Traurig erkennen wir, dass unsere drei Wochen vorbei sind. Nur noch das 'überhängende' Wochenende verbleibt. Wo ist die Zeit geblieben?
Der heutige Tag beginnt dunkelgrau und regnerisch. Wir bleiben unter Deck. Als die Blues-Scheibe von Keb Mo zum dritten Mal durch ist, scheint eine leichte Auflockerung erkennbar, aber der Regenradar beweist das Gegenteil. Irgendwie steht der Tag sinnbildlich für den gesamten Urlaub: Geprägt durch wirklich unterdurchschnittliches Wetter. Viele Tage haben wir nicht gesegelt, weil es regnerisch oder starkwindig war - sind wir zu weich? Nein. Aber wir haben auch keine Lust auf Quälerei. Trotzdem bleibt ein bisschen Wehmut: Nicht einmal ein Ostseebad war dabei. Es gab einfach keine Verlockung nach Erfrischung - eher nach heißem Tee.
Trotzdem hatten wir eine gute Zeit, die natürlich auch erheblich länger hätte sein dürfen. Aber die Saison ist ja noch nicht vorbei. Wir werden alle Möglichkeiten nutzen, um noch ein paar verlängerte Wochenenden auf der Santanita auf See und in fremden Häfen zu verbringen.
An Nachmittag brist es mächtig aus West auf. Einige Boot fliegen mit minimaler Besegelung förmlich aus der Schlei, andere motoren einwärts und stehen nahezu auf der Stelle. Wir versuchen eine Freiluftsitzung, denn ausnahmsweise ist der Wind nicht grabeskalt. Nach einer knappen Stunde haben wir einen Tinnitus vom Wind, und es beginnt wieder zu tröpseln. Zum Glück ist die Santanita ein Kajütboot.
Sozusagen als Abschluss des Urlaubs gönnen wir uns ein leckeres Essen in einem Traditionsrestaurant Maasholms. Fast 200 Jahre wird dort Hotellerie und Restauration betrieben. Uns wird klar, dass es zu Beginn dieses Unternehmens nicht mal Autos gab. Wie sich die Welt verändert hat....
Am Ende des Tages gibt es noch ein Bild von der wahrscheinlich berühmtesten Baumgruppe Nordeuropas.

 

25.7.2020 - Tag 22
Heute ist nun der letzte Tag. Ein Wetterfenster zwischen dem gestrigen Starkwind und einer Warmluftfront, die erheblich Regen mitbringen wird, nutzen wir zur Heimreise. Traditionell weht der moderate Wind von vorne, es geht also mal wieder gegenan.
Die Fahrt aus der Schlei wird zum Gedrängel in der Rinne. Mit 'Perlenkette' hat das nichts mehr zu tun, eher von 'Verstopfung'. Bedauerlich, wie der Verkehr und die Rücksichtslosigkeit den Verhältnissen auf der Straße gleicht. Glücklicherweise ist auf der freien See mehr Platz und so können wir unbeeinflusst einen Kurs Richtung Heimathafen wählen. Ein kleiner Holeschlag ist notwendig, um nicht in das Sperrgebiet vor der Küste zu fahren, aber dann können wir die Landspitze von Bülk direkt anlegen. Von See beobachten wir eine sich ergießende Regenzelle, die wir fein umsegeln. Vor Bülk ist der Wind traditionell so verdreht, dass wir nur mit zwei weiteren Kreuzschlägen die Hafeneinfahrt von Schilksee erreichen. In der Mitte der Strander Bucht beobachten wir wieder einen Schweinswal, als hätte er uns begleitet und würde uns nun verabschieden.
Auf dem Steg erwarten uns liebe Vereinskameraden und es wird sofort berichtet und sich ausgetauscht. Die folgenden Tätigkeiten erwecken erneut Melancholie: Anbringen der für genau diese Box abgelängten Achterleinen, Niederholen der Gastlandsflagge, Markieren des Stammliegeplatzes auf 'belegt', usw....
Weil wir uns noch nicht trennen können, plötzlich geradezu sommerliche Temperaturen zu fühlen sind und weil wir akut Appetit haben, entschließen wir uns zu einem Besuch in unserem geschätzten Lieblingshafenrestaurant "Möwenschiss". Zu uns gesellt sich gleich der Skipper der Sirius, der uns herzlich begrüßt, und wir können sofort von den vielen Eindrücken berichten.
Den Abend und die Nacht verbringen wir zuhause und am Morgen regnet es Bindfäden. Fazit: Alles richtig gemacht - über die gesamte Zeit!

fin.

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